Online-Anzeigenmärkte im Internet

 

Der Online-Anzeigenmarkt

Vier Gruppierungen lassen sich bei dem Versuch erkennen, wie der Anzeigen-Online-Markt erobert werden soll. Sie reichen bei den Titelverteidigern vom sich auf die eigene Füße stellen bis zu Zusammenschlüssen. Branchenfremde machen ihnen das Geschäft streitig:

 

Die Art des neuen Geschäfts

Die Parole fürs Geschäft heißt derzeit Nulltarif. Das Lesen der Anzeigen ist kostenlos, meist ebenfalls das Aufgeben privater Kleinanzeigen. Zum Leidwesen der inkassoverwöhnten Zeitungsverlage gilt das Prinzip, daß print online mitfinanzieren muß. Das ist den Zeitungsverlagen ein Dorn im Auge:

Einige Verlage versuchten es mit der Idee, pro Kleinanzeige, die auch online geschaltet werden soll, eine Sondergebühr (Größenordnung 5 DM) zu erheben. Die Resonanz auf die Online-Aufschläge war so gering, daß die meisten es aufgegeben haben. Die branchenfremde Konkurrenz wie z.B. Auto-by-tel, Carpoint oder Autoweb verlangt eben kein Geld - das hat Maßstäbe gesetzt.

Die neuen Hoffnungen, doch noch an etwas Geld zu kommen, richten sich auf die elektronischen Verfahren des electronic Cash für das Inkasso von Kleinstbeträgen. Wie denkfern zum Internet sich die ehrenwerten Verlagsmanagements befinden, zeigen Hoffnungen wie diese:

Na denn wünschen wir gute Geschäfte ....

Weite Entfernung zum e-Commerce signalisieren auch Praktiken wie die folgende: Beim Aufgeben einer Anzeige kann man die Online-Ausgabe keineswegs per Mausklick bekommen. Man muß sich eine Codenummer merken und dann über eine teure 0190-Nummer anrufen oder die Rückmeldung auf eine Chiffre-Anzeige per Brief vornehmen. Dabei kühlt Der Heisse Draht dann merklich ab.

Karl Schmitz, 27. September 1998