Macht Künstliche Intelligenz dümmer?

Drohender Verfall kognitiver Fähigkeiten

Künstliche Intelligenz sei durchaus in der Lage, Aufgaben im Alltag zu vereinfachen oder deren Umsetzung zu beschleunigen, doch die Nutzung könne auch negative Folgen haben und Menschen dümmer machen. Das will ausgerechnet eine Studie von Microsoft und der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, Pennsylvania herausgefunden haben.

Befragt wurden dafür ein paar Hundert Wissenschaftler aus dem Jahr 2024. Unter anderem wurde abgefragt, welche Tools und Prompts die Benutzer gefragt haben.

Ergebnisse der Studie

Die Auswertung der Untersuchung zeigt, dass diejenigen, die den Ergebnissen der KI weniger trauen, mehr kritisches Denken an den Tag legten. Dadurch ergab sich auch mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Vor allen bei Routineaufgaben verlassen sich Benutzerinnen und Benutzer gerne auf die Technik. Der kognitive Aufwand werde zurückgefahren, man verlasse sich oft lieber auf die Automatik der Ergebnisse, bestenfalls eine Art Supervision benötige es. Eine Abhängigkeit von eigener Problemlösung werde in Kauf genommen oder gar nicht erst bemerkt. Die Forscher lesen aus ihren Ergebnissen einen "Verfall kognitiver Fähigkeiten". Der Mensch verliere durch die Automatisierung, so nachdenkenswürdige Ergebnisse der Studie. The Impact of Generative AI on Critical Thinking.

Wesentliche Fähigkeiten beim Denken drohen verloren zu gehen. Vor allem bei der Automatisierung von Routineaufgaben drohe die Gefahr, bei Abweichungen oder Ausnahmen sich auf die Systeme zu verlassen

Benutzer verlören die Gelegenheit, ihr Urteilsvermögen zu trainieren und ihre kognitiven Fähigkeiten zu stärken, mit der Folge, unvorbereiteten und verkümmerten Nachdenken bei Ausnahmen von normal Erwartetem zu reagieren, berichtet Maria Gramsch in BasicThinking vom 12.2.2025.

Skepsis angebracht

Ein paar hundert Befragte sind sicher kein repräsentatives Ergebnis. Zu viele Menschen sind erfreut über die Bequemlichkeit mit dem Umgang der Tools und derLeichtigkeit schneller Erfolge, haben wenig Ahnung, wie die Sprachmodelle hinter den Chatbots überhaupt funktionieren, wie die Ergebnisse von der Qualität der Trainingsdaten abhängen und wie man brauchbare Fragen (Prompts) an die Systeme stellt.

 

 

Karl Schmitz • Februar 2025